Ausstellung „Juden in Buttenhausen“ in der Bernheimer’schen Realschule
Buttenhausen war eine der wenigen jüdischen Landgemeinden im Süden Württembergs. Am 7. Juli 1787 erlaubte der Ortsherr, Philipp Friedrich Freiherr von Liebenstein, zunächst 25 Familien die Ansiedlung in dem Lautertaldorf. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich eine große Gemeinde, die um die Mitte des 19. Jahrhunderts mehr als die Hälfte der gesamten Dorfbevölkerung umfasste. Religion, Kultur und Wirtschaftsweise unterschieden die Juden von den christlichen Nachbarn. Jüdische Händler und Unternehmer brachten Wohlstand und technische Neuerungen nach Buttenhausen. Trotz aller Verschiedenheiten lebten beide Religionen friedlich für 140 Jahre auf engem Raum zusammen. Am Ende des 19. Jahrhunderts wanderten immer mehr Menschen in die Städte ab, ohne dass die Verbindungen zur alten Heimat abrissen. Erst die nationalsozialistische Gewaltherrschaft zerstörte die jüdische Gemeinde. Von den 89 jüdischen Bürgern, die 1933 in Buttenhausen gezählt wurden, überlebten viele die Naziherrschaft nicht. Nach Ausbruch des 2. Weltkriegs wurde Buttenhausen zudem durch die Verlegung eines Teils des jüdischen Altersheims in Heilbronn-Sontheim hierher zur Durchgangsstation für viele Juden aus dem gesamten Reichsgebiet. Nach 1945 entstanden zahlreiche Initiativen von jüdischer und christlicher, privater und öffentlicher Seite, um die Erinnerung an die jüdische Geschichte wachzuhalten. Die Ausstellung „Juden in Buttenhausen“ wurde 1994 in der um die vorige Jahrhundertwende vom bayerischen Kommerzienrat Lehmann Bernheimer gestifteten Realschule eingerichtet.
Besucheranschrift:
Zwiefalter Str. 30
72525 Münsingen-Buttenhausen
Öffnungszeiten:
April bis Oktober: sonntags: 14.00-17.00 Uhr
Während der Winterpause sowie außerhalb der Öffnungszeiten kann das Museum auf Anfrage für Gruppen (Mindestgröße: 7 Personen) geöffnet werden.
Eintrittspreise:
Der Eintritt ist frei. Sie haben die Möglichkeit, für die Ausstellung "Juden in Buttenhausen" eine Führung zu buchen. Aus organisatorischen Gründen bitten wir um Anmeldung Ihres Terminwunsches für einen Besuch außerhalb der regulären Öffnungszeiten sowie für eine Führung bis spätestens 3 Wochen vor Veranstaltungstermin.
Kontakt:
Stadtarchiv Münsingen
Steffen Dirschka
Marktplatz 1
72525 Münsingen
Tel.: 07381/182115
E-Mail: steffen.dirschka@muensingen.de
Zur Ausstellung ist ein Begleitbuch erschienen:
Juden in Buttenhausen
Schriftenreihe des Stadtarchivs Münsingen 3
2. Auflage, Münsingen 2004
104 Seiten, zahlreiche Abbildungen
Preis: 10 €
Das Buch ist in der Ausstellung in Buttenhausen (Zwiefalter Str. 30, 72525 Münsingen-Buttenhausen), im Stadtarchiv Münsingen (Altes Rathaus, Marktplatz 1, 72525 Münsingen), im Kulturamt der Stadtverwaltung (Neues Rathaus, Bachwiesenstr. 7, Zimmer 25, 72525 Münsingen) sowie in der TouristInfo (Hauptstr. 13, 72525 Münsingen) erhältlich.
Hier finden Sie Informationen zum Geschichtlichen Rundgang Buttenhausen


