Tourismus & Freizeit
Gedenkstätte und Dokumentationszentrum Grafeneck
In der Zeit der Renaissance entstand um 1560 an der Stelle einer hochmittelalterlichen Burganlage ein Jagdschloss der württembergischen Könige. Dieses wurde in der Mitte des 18. Jh. zu einer barocken Sommerresidenz erweitert. Nach einem langsamen Zerfall erwirbt es 1928 die evangelische Samariterstiftung Stuttgart, welche das Schloss in ein Behindertenheim umwandelt.
Kurz nach Beginn des Zweiten Weltkriegs wird Grafeneck für "Zwecke des Reiches" beschlagnahmt. Von Januar bis Dezember 1940 wurden hier über 10.600 Menschen ermordet. Die Menschen stammen aus Krankenanstalten und Heimen. Nach Beendigung der Morde im Winter 1940/41 wird Grafeneck für die Kinderlandverschickung genutzt und 1946/47 nach kurzer Nutzung durch die französischesn Besatzungsbehörden wieder an die Samariterstiftung zurückgegeben.
An die Verbrechen des Jahres 1940 erinnert eine offene Kapelle als "Ort des Gedenkens". Die notwendige Ergänzung dazu - ein "Ort der Information" - wird im Oktober 2005 mit dem Dokumentationszentrum Gedenkstätte Grafeneck eingerichtet. Eine ständige Ausstellung sowie Forschungstätigkeiten, Veröffentlichungen, Vorträge und Lesungen machen Grafeneck zu einem Ort des kollektiven Gedenkens aber auch der individuellen Trauer für die Opfer der Euthanasie-Verbrechen .
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