Ihr Ansprechpartner

Stadtarchivar
Yannik Krebs

Stadtarchiv Münsingen
Altes Rathaus
Marktplatz 1
72525 Münsingen

Tel.: 07381/182115
Mail: Stadtarchiv@muensingen.de

Öffnungszeiten:
Termin nach Vereinbarung

Weitere Informationen:

Das Ende des 2. Weltkriegs

Im Jahr 2020 jährt sich das Ende des Zweiten Weltkriegs zum 75. Mal.

Grund genug sich damit erneut zu befassen. Bereits im Jahr 1995 wurde das Kriegsende auf der Schwäbischen Alb und speziell in Münsingen untersucht. In der Ausgabe Nr. 4 der Schriftenreihe des Archivs mit dem Titel „Kriegsende 1945. Das Ende des Zweiten Weltkrieges und die Besatzungszeit in Münsingen und den Stadtteilen“ wurden ausgiebig und detailliert das Ende und die Folgen des Kriegsendes dargestellt. Im Jahr 2005 befasste sich der stadtgeschichtliche Arbeitskreis erneut mit dem Thema, allerdings aus der Sicht von Zeitzeugen. Hier wurden Berichte und Erzählungen gesammelt und als äußerst informatives Buch herausgegeben.
Warum also sich mit dem Thema erneut befassen? Zum einen ändert sich die Betrachtungsweise auf historische Gegebenheiten stetig. Was vor Jahren in der Forschung galt, muss nicht zwangsläufig noch aktuell sein. Zum anderen wurde die Zeit um 1945 noch nie in einer Ausstellung in Münsingen aufgearbeitet und präsentiert. Außerdem ist das Thema im Unterricht nach wie vor aktuell. Somit bietet sich die Möglichkeit, auch einem jüngeren Publikum die Nachkriegszeit des eigenen Ortes näher zu bringen. Aus diesem Grund haben der Geschichtsverein Münsingen und das Stadtarchiv sowie die Museen ein passendes und hochklassiges Programm, bestehend aus Vorträgen und einer Sonderausstellung, erarbeitet.
 
Die Sonderausstellung greift unter dem Titel „Münsingen – das Ende des 2. Weltkriegs und dessen Folgen. Mangel, Requisition und Entnazifizierung“ das Ende des Weltkriegs auf und orientiert sich dabei nah am Kriegsende und an der folgende Besatzungszeit. 5 Schlüsselbegriffe (Mangel, Requisition, Besatzung, Kriegsgefangene, Entnazifizierung) sollen mit Hilfe von 5 Vitrinen die unmittelbaren Folgen und Auswirkungen des Kriegsendes für die Bevölkerung darstellen. Lebensmittel- und Wohnungsmangel, aber vor allem die Requisition durch die französische Besatzungsmacht machten der Bevölkerung schwer zu schaffen. So wurden aus heutiger Sicht teilweise auch kuriose Dinge wie Kaffeetassen beschlagnahmt. Die Ausstellung versucht mit einschlägigen Schriftstücken aus dem Archiv und aussagekräftigen Objekten anhand der 5 Schlüsselbegriffe die Auswirkungen für die Bevölkerung sichtbar zu machen.
 
Die Vortragsreihe widmet sich ebenfalls dem Kriegsende vor 75 Jahren, weitet jedoch wieder den Blick und nimmt das Kriegsende als Ganzes und damit für das gesamte Deutschland in den Blickpunkt. Dabei werden auch die Begriffe Entnazifizierung, Mangel und Kriegsgefangene, wie in der Sonderausstellung, aufgegriffen.
 
Den Auftakt macht Prof. Dr. Katja Patzel-Mattern, die die Rolle der Frau untersucht und dabei vor allem die letzten Kriegsmonate in den Blick nimmt. Die Herausforderungen, vor denen die Frauen standen, wird dabei aufgezeigt, aber auch deren Beteiligung am nationalsozialistischen Regime.
 
Prof. Dr. Eckel wirft in seinem Vortrag einen Blick auf das Ende des Zweiten Weltkriegs als Ganzes und geht dabei der Frage nach, in wie weit die globalen Folgen einen Wandel mit sich brachten.
 
Im dritten Vortrag wird Dr. Martin Cüppers die Verbrechen der NS-Zeit untersuchen und der Frage nach den Motiven sowie der juristischen Aufarbeitung in der Bundesrepublik Deutschland nachgehen. Die erschütternden Verbrechen gehen immer noch unter die Haut und die perfiden Strategien der Täter machen auch heute noch fassungslos.
 
Nach der Sommerpause stehen die Entnazifizierungsmaßnahmen für Familienunternehmen in Baden-Württemberg im Fokus. Dr. Florian Brückner untersucht in seinem aktuellen Forschungsprojekt die Folgen für Unternehmen in Baden-Württemberg, deren Rechtfertigungsstrategien sowie die Demokratisierungs- und Liberalisierungseffekte, die für das Wirtschaftswachstum notwendig waren.
 
Den Abschluss macht Dr. Carsten Kretschmann, der die Aufarbeitung der Kriegserlebnisse für Soldaten im Blick hat. Er befasst sich mit der Frage, wie sich die Soldaten wieder in das soziale, familiäre Leben eingliedern konnten und wie das den Kriegsheimkehrer etliche Jahre später gelang.
 
 
Zur Sonderausstellung und zur Vortragsreihe laden wir Sie herzlich ein.

Weitere Informationen zu den Veranstaltungen finden Sie hier ((4,295 MB))

     
 
owered by Komm.ONE