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Yannik Krebs

Stadtarchiv Münsingen
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Stolpersteinverlegung in Buttenhausen


Vor 75 Jahren endete die Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten.
Millionenfacher Mord, Vertreibung und Zerstörung waren zu beklagen. Die Nationalsozialisten hatten mit der Zivilisation gebrochen. Sechs Millionen Juden wurden in Europa vertrieben und anschließend brutal ermordet. Ebenso unzählige Sinti und Roma, politisch Andersdenkende, Homosexuelle und geistig oder körperlich beeinträchtigte Menschen. Sie alle waren Nachbarn, Freunde, Mitmenschen. Besonders in Münsingen ist man sich heute des Schicksals dieser Menschen bewusst. In unmittelbarer Nähe in Grafeneck befand sich die erste Tötungsanstalt der Nationalsozialisten, in der über 10.000 Menschen mit körperlicher und geistiger Behinderung umgebracht wurden. Im Stadtteil Buttenhausen lebte eine große jüdische Gemeinde, die nach Jahren der Unterdrückung, Verfolgung und Ausgrenzung ermordet wurde und deren Andenken und Erinnerung ausgelöscht werden sollte.

Nach vielen Jahren des Schweigens zerrte ein Mann aus Buttenhausen die Vergangenheit wieder in den Blickpunkt. Walter Ott machte durch seine Entdeckungen die jüdische Geschichte Buttenhausens erneut sichtbar. Er richtete ein erstes kleines Museum ein und war maßgeblich mitverantwortlich für die Einrichtung und Eröffnung des Jüdischen Museums durch die Stadt Münsingen im Jahr 2013. Seit vielen Jahren findet eine Gedenkveranstaltung am Holocaust-Gedenktag statt und auch der Europäische Tag der jüdischen Kultur wird, gemeinsam mit der Kirchengemeinde Buttenhausen und der BruderhausDiakonie, alljährlich begangen.

Um das Schicksal und die Namen der einzelnen Opfer aus Buttenhausen sichtbar zu machen, hat sich die Stadt entschlossen sich am Projekt „Stolpersteine“ des Künstlers Gunter Demnig zu beteiligen. Es existieren bereits zwei Stolpersteine, einer in Münsingen für Sara „Särle“ Levi und einer in Trailfingen für Andreas Bückle. In Buttenhausen erinnert dagegen kein Stein an die ehemaligen Bewohner des Orts. Daher hat sich die Stadt entschlossen, in diesem Jahr die ersten Stolpersteine in Buttenhausen zu verlegen. Kontinuierlich soll in den folgenden Jahren für jeden ermordeten jüdischen Bürger Buttenhausens ein Stolperstein verlegt werden. Da die Terminplanungen der Stolpersteininitiative und des Künstlers Gunter Demnig noch nicht absehbar sind, gibt es für Buttenhausen noch keinen konkreten Termin. Er wird aber aller Voraussicht nach im September oder Oktober stattfinden. Aus diesem Anlass haben die städtischen Museen und das Stadtarchiv ein Programm mit jüdischer Thematik zusammengestellt um die Verlegung der ersten Stolpersteine in Buttenhausen zu umrahmen.

Wir freuen uns, Ihnen ein hochwertiges Programm präsentieren zu können.
 
Programm / weitere Informationen finden Sie hier ((2,567 MB))
 

     
 
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