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Beispielhaftes Bibermanagement im Biosphärengebiet


Im Landkreis Reutlingen kommt der Biber aktuell schwerpunktmäßig im Großen Lautertal und entlang der Zwiefalter Aach vor. Durch die Aktivitäten des Bibers entstehen regelmäßig Konflikte mit den angrenzenden Landnutzungen. Bei durch den Biber entstehenden Konflikten müssen daher von den Biberbeauftragten und ehrenamtlichen Biberberatern stets geeignete, naturschutzkonforme Einzelfalllösungen zusammen mit den betroffenen Landnutzern entwickelt werden. Dieses Vorgehen verursacht einen hohen Zeitaufwand für alle Beteiligten und kann bei Vergrämungs- und Baumschutzmaßnahmen zu einer räumlichen Problemverlagerung führen.

Vom Biber abgenagter Baumstamm

Das Landratsamt Reutlingen hatte zur Optimierung des Bibermanagements unter Beteiligung der Projektstädte- und gemeinden einen Förderantrag bei der Stiftung Naturschutzfonds gestellt. Ziel des Projektes ist die Entwicklung und Umsetzung eines Gesamtkonzepts für das Bibermanagement im Biosphärengebiet. Dieses soll sowohl den Umgang mit Biberkonflikten vereinfachen als auch die Biberpopulation stützen und somit langfristig zu einer verträglichen Lösung für das Zusammenleben von Mensch und Biber führen. Im Projekt sollen dafür sowohl Bereiche und Maßnahmen definiert werden, welche zur Förderung des Bibers dienen als auch Vergrämungsbereiche, in welchen die Vergrämung zukünftig dauerhaft mit geringem Abstimmungsaufwand durchgeführt werden könnte. Die Maßnahmenumsetzung in Bereichen zur Förderung des Bibers soll den Projektschwerpunkt bilden. Gleichzeitig kann in anderen Bereichen die Vergrämung erleichtert werden.
Für die Förderung des Bibers soll an mehreren Standorten entlang der Großen Lauter Weidenstecklinge gewonnen und im Anschluss an geeigneten Stellen in ufernahen Bereichen oder Brachen eingepflanzt werden sowie Säume entwickelt werden. Diese Maßnahmen werden vom Planungsbüro Menz Umweltplanung aus Tübingen angeleitet und sollen mit örtlichen Landwirten auf gemeindeeigenen Flächen umgesetzt werden. Finanziert werden die Maßnahmen mit Mitteln der Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg.

Die Weidenanpflanzungen werden im Anschluss nicht eingezäunt und stehen dem Biber als Futtergrundlage zur Verfügung. Da die Große Lauter bereits komplett von Biberrevieren besiedelt ist, führt diese Maßnahme jedoch nicht zur Erhöhung der Biberpopulation. Ziel der Maßnahme ist es hingegen den Biber an geeigneten Standorten zu halten und zu fördern. Damit werden an Konfliktstellen mehr Handlungsspielräume geschaffen um steuernd eingreifen zu können, ohne dass die Population des Bibers beeinträchtigt wird. Denn grundsätzlich darf der Biber als streng geschützte Art und damit auch seine Bauten und Dämme nicht beeinträchtigt werden.

Sollten Konflikte mit dem Biber auftreten, stehen die Untere Naturschutzbehörde und ehrenamtliche Biberberater als Ansprechpartner zur Verfügung.

Herr Thomas Esters
E-Mail: Biberberater-Esters@gmx.de
Handy: 0162 9282236

oder:
Herr Axel Tuor
E-Mail: Biberberater-Tuor@gmx.de
Handy: 0174/2618510

Umfassende Informationen rund um das Thema Biber hat das Regierungspräsidium zusammengestellt:

Biberseite des Regierungspräsidiums Tübingen

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